Aus Schatten und Fehlern wachse ich.
Ex umbra cresco ist eher aus einem Zufall entstanden. Ich habe nach dem lateinischen Begriff für Schatten gesucht, mit ein paar Kombinationen experimentiert und daraus ist der Satz schließlich entstanden. Ich fand ihn sofort sehr passend für mich, denn auch in meinem Leben bin ich eher ganz unscheinbar aus dem Schatten herausgewachsen. Ich wurde oft unterschätzt, übersehen und manchmal erst wahrgenommen, wenn ich plötzlich da war – oder wieder verschwunden bin.
Das Wort errore kam irgendwann noch dazu, weil es beim Herumalbern immer wieder gefallen ist, wenn sich kleinere oder größere Katastrophen eingeschlichen haben oder etwas schiefgegangen ist. Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto passender fand ich es. Ursprünglich war es sogar noch ein Doppelsatz: „Ex umbra cresco et ex errore cresco“. Das war mir auf Dauer aber einfach zu lang, um ihn immer wieder in den Raum zu werfen. So entstand schließlich die heutige Form: Ex umbra et errore cresco.
Ganz typische Beispiele dafür gab es bei der Namensänderung. Als ich mir die neue Domain gesichert habe, habe ich einmal falsch geklickt – und zack, direkt ein neues WordPress-Hosting dazugebucht und damit einen komplett neuen Vertrag abgeschlossen, anstatt einfach nur die Domain hinzuzufügen, wie ich es eigentlich wollte. Danach wollte ich noch eine Weiterleitung einrichten und schwupps, fehlte plötzlich das SSL-Zertifikat. Also stand ich direkt vor dem nächsten Problem.
Die Namensfindung von Dies et Nox war noch einmal ein ganz anderer Punkt. Auch damals hatte ich bereits eine kleine Markenrecherche gemacht – nur leider nicht gründlich genug. Das wurde zu einem meiner schmerzhaftesten Fehler, weil ich den Namen Dies et Nox dadurch aufgeben musste und wieder an einem Punkt stand, an dem ich neu anfangen musste. Bei Dies et Umbra habe ich es deshalb von Anfang an anders gemacht und deutlich gründlicher recherchiert. Eine Sache habe ich daraus tatsächlich mitgenommen: Diesen Fehler möchte ich nicht noch einmal machen. Aber nicht jeder Fehler braucht im Nachhinein einen schönen Sinn.
Durch die Fehler, die ich in meinem Leben und bei Dies et Nox und Dies et Umbra gemacht habe, habe ich viel gelernt. Eine Sache ist mir dabei ziemlich schnell klar geworden: Es muss nicht immer alles perfekt sein. Manchmal darf etwas auch Ecken und Kanten haben. Auch der eigene Weg verläuft nicht immer geradlinig. Manchmal macht er Kurven und manchmal liegen einem einfach Steine im Weg. Dabei ist mir auch bewusst geworden, dass ich wieder viel mehr auf mein Bauchgefühl hören sollte, denn das hat in den meisten Fällen recht. Und wenn man, so wie ich, viele neue Dinge ausprobiert, ist es ganz normal, dass nicht alles auf Anhieb so klappt, wie man es sich vorgestellt hat.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum dieser Satz inzwischen so gut zu Dies et Umbra passt. Denn auch Dies et Umbra ist nicht auf einem geraden, fehlerfreien Weg entstanden. Es ist aus etwas gewachsen, das ich so ursprünglich nicht geplant hatte – aus Umwegen, aus Fehlern und aus Dingen, die ich heute anders machen würde.
Ex umbra et errore cresco – aus Schatten und Fehlern wachse ich.
Nicht, weil jeder Fehler im Nachhinein etwas Gutes haben muss. Manche bleiben einfach unnötig, nervig oder schmerzhaft. Aber ich kann entscheiden, was ich danach daraus mache: ob ich stehen bleibe oder einen anderen Weg suche, ob ich etwas mitnehme oder es einfach hinter mir lasse.
Und vielleicht bedeutet Wachstum für mich inzwischen genau das: nicht irgendwann fehlerfrei zu sein, sondern trotzdem weiterzumachen. Mit ein paar mehr Ecken und Kanten, etwas mehr Vertrauen in mein Bauchgefühl – und mit der Gewissheit, dass nicht immer alles perfekt sein muss, um richtig zu sein.
Zwischen Licht und Schatten. ☀️ Dies et Umbra