Warum aus der Nacht der Schatten wurde

„Dies et Nox“ stand für mich sinnbildlich für den Kampf von der Dunkelheit zurück ins Licht. Denn egal, wie aussichtslos etwas gerade scheint, es gibt immer einen Weg aus der Dunkelheit zurück ins Licht. Manchmal dauert er etwas länger, manchmal macht er unnötig viele Kurven, aber irgendwann sieht man das Licht.

Und genau dadurch habe ich mich irgendwann mit dem Namen „Tag und Nacht“ identifiziert, denn auch ich habe zwei Seiten in mir: eine helle, die den Tag symbolisiert, und eine dunkle, die die Nacht darstellt. Dadurch habe ich mich immer stärker mit „Dies et Nox“ verbunden gefühlt, und mit der Zeit ist daraus für mich ein Rückzugsort für Stille und ruhige Momente entstanden.

Als mir klar wurde, welche weiteren Projekte unter „Dies et Nox“ entstehen sollten, habe ich den Namen rechtlich prüfen lassen. Dabei stellte sich leider heraus, dass ich ihn besser nicht weiterverwenden sollte.

Das war für mich ein richtiger Tiefschlag, und ich muss gestehen: Es fühlte sich an, als hätte ich einen Teil meines Ichs verloren. Denn dieser Blog ist nicht erst gestern entstanden. Seit Februar habe ich ihn regelmäßig mit neuen Beiträgen gefüttert und dabei zugesehen, wie er immer weiter gewachsen ist. Natürlich war ich verzweifelt und habe mit allen Mitteln versucht, „Dies et Nox“ behalten zu können. Aber irgendwann musste ich einsehen, dass ich den Namen nicht ohne ein rechtliches Risiko weiterführen konnte. Und ich bin ehrlich: Es tat verdammt weh – und es tut immer noch verdammt weh.

Schweren Herzens habe ich mich deshalb auf die Suche nach einem neuen Namen gemacht, der diese Symbolik weiterhin in sich trägt, ohne „Dies et Nox“ einfach zu ersetzen. Gleichzeitig war mir wichtig, dass der neue Name eigenständig ist und nicht wie irgendein billiger Abklatsch wirkt.

Und dann kam mir nachts die Idee, einfach einmal nach anderen lateinischen Wörtern zu suchen, die genau diese Symbolik in sich tragen. Dabei sind mir sofort Zwielicht, Dunkelheit und Schatten eingefallen. Zwielicht schied allerdings ziemlich schnell aus, weil ich das lateinische Wort schlichtweg auf Dauer nicht hätte aussprechen können. Auch das Wort für Dunkelheit gefiel mir vom Klang her nicht. Dann stieß ich auf den Schatten – „Umbra“ – und dachte: Das ist es.

Mein erster Gedanke war eigentlich „Lux et Umbra“, also Licht und Schatten. Diese Symbolik finde ich wunderschön, denn nur dort, wo Licht ist, kann auch Schatten entstehen – ganz gleich, ob es sich dabei um Tages- oder Mondlicht handelt. Bei meiner Recherche stellte ich allerdings schnell fest, dass „Lux et Umbra“ bereits vergeben war. So entstand schließlich die Idee zu „Dies et Umbra“ – Tag und Schatten. Und ich merkte, dass auch dieser Name genau die Symbolik in sich trägt, die mir wichtig ist, und sich daraus etwas Eigenständiges weiterentwickeln kann.


Und mir ist ganz wichtig, dass „Dies et Umbra“ kein billiger Abklatsch von „Dies et Nox“ ist. Stattdessen darf sich „Dies et Umbra“ jetzt langsam entwickeln und wachsen. Wie ein kleiner Pilz, der ganz in Ruhe größer werden darf.

Was mir aber auch ganz wichtig ist: „Dies et Nox“ soll nicht komplett verschwinden, denn dafür war es mir einfach viel zu wichtig. Deshalb habe ich zwei ältere Blogbeiträge genauso gelassen, wie sie waren. Sie zeigen sehr schön die Entwicklung von Tag und Nacht zu Tag und Schatten.

Auch mein erstes Buch sollte ursprünglich unter „Dies et Nox“ erscheinen. Davon ist inzwischen der Probedruck bei mir eingetroffen, und ich muss wirklich sagen: Er ist für mich eine wunderschöne Erinnerung an das, was einmal war, und an das, was daraus entstanden ist. Genau dieser Probedruck bekommt einen besonderen Platz in meinem Bücherregal. Und wenn es so weit ist, kommt die überarbeitete Version, die unter „Dies et Umbra“ erscheinen wird, direkt daneben. Und so wird die Entwicklung von „Dies et Nox“ zu „Dies et Umbra“ irgendwann ganz sichtbar nebeneinander in meinem Bücherregal stehen.

Mein Wunsch ist, dass sich „Dies et Umbra“ wirklich aus „Dies et Nox“ weiterentwickelt und wächst. Gleichzeitig soll dieser Blog auch weiterhin die Ruhe und die Einladung ausstrahlen, die mir dabei immer wichtig waren. Und trotz all der Veränderungen wünsche ich mir, dass sich das Gefühl dieses Ortes nicht verändert.

Zwischen Licht und Schatten

☀️ Dies et Umbra